IT- und Digitalisierungsstrategie für Automobilhersteller und Automobilzulieferer

Die IT als Enabler für die Transformation der Automobilindustrie richtig nutzen

Eine neue Strategie für eine neue Automobilwelt

Welche Rolle muss die IT einnehmen zur Umsetzung der CASE-Strategie?

C = Connectivity 

Die IT wird zum Produkt im Auto. Das bedeutet zunächst eine radikale Änderung der Rolle der IT: Vom Dienstleister für ERP-Systeme zum Produktentwickler! Was braucht es dafür? Eine ganz enge und intensive Zusammenarbeit mit der Technischen Entwicklung (TE) sowie dem Vertrieb auf der organisatorischen Seite. Auf der technischen Seite müssen Apps, Service-Portale und ein exzellenter Customer-Service-Support für den Endkunden, den Autofahrer, entwickelt werden. Auch hier ist ein Umdenken erforderlich: Waren bisher die Fachbereiche die Kunden der IT, ist es jetzt der Endkunde, also der Autofahrer mit vollständig neuen Funktionen wie Im Mittelpunkt steht das „Connect-Backend“, welches das Auto mit dem Internet und den Connect-Applikationen verbindet. Das Rechenzentrum steht vor ganz neuen Aufgaben, denn eine so große Flut von Daten muss erstmal bewältigt werden können und es muss immer „up“ sein, denn Ausfälle merkt der Autofahrer sofort und kann die Marke extrem beschädigen. IT Kann also auch zur Kundenbindung beitragen; ebenfalls neu und wichtig. Darüber hinaus steht das Thema IT-Sicherheit im Fokus. Denn das Hacken von Autos möchte man sich nicht mal vorstellen. Die Anforderungen an Cyber-Security steigen ins Unermässliche und stellen eine große Herausforderung für die Automotive IT dar.

A = Autonomous

Das Autonome Fahren wird hierzulande in 5 Stufen aufgeteilt (Assistiert, teilautomatisiert, hochautomatisiert, vollautomatisiert, autonom). Man ist schon auf Stufe 2 bis 3 angekommen. Bis Stufe 5 ist es noch ein weiter Weg. Schon heute hat sich das Auto zu einem fahrenden Rechenzentrum entwickelt. Man kann sich grob vorstellen, dass die Rechenzentrumskapazität einer mittelständischen IT aus den späten 1990ern in jedem einzelnen Auto widerzufinden ist. Gigantische Daten werden produziert und die große Frage ist, was davon ist wirklich relevant und was muss gespeichert werden oder ist nur zur Kommunikation nötig und kann nach erfolgtem Einsatz sofort wieder gelöscht werden? Quantencomputer werden hoffentlich die Lösung sein für die superschnellen Reaktionen, die notwendig sind für die Stufe 5 des autonomen Fahrens. Die Anforderungen an die IT sind also riesig und haben wenig mit der bisherigen ABAP-Programmierung des SAP-Systems zu tun. Die IT ist vollständig im Auto angekommen beim autonomen Fahren und der Autohersteller ist vom Blechbieger zur Softwareschmiede geworden!

S = Shared

Mobilität neu gedacht. In Zukunft wird nicht jeder ein eigenes Auto besitzen (müssen). Schon heute stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Auto in großen Ballungsräumen. Es ist nicht genügend Stellfläche vorhanden und für die paar Kilometer Bewegung am Tag muss man das Auto nicht mehr im Eigentum sein! Was heißt das für die Autobauer? Neue Geschäftsmodelle ante portas! Und das birgt für die IT wieder vollständig neue Aufgaben. Die Auseinandersetzung mit neuen Geschäftsmodellen, neuen Softwaretechniken, neuen Denkmethoden (wie zum Beispiel Design Thinking, Scrum, etc.) sowie einer vollständig neuen Architektur und Systemlandschaft, die quasi zu dem bestehenden „alten“ hinzukommt. Man braucht dafür quasi eine neue IT als Start-up.

E = Electric

Der Verbrennermotor hat den Peak seiner Karriere hinter sich und geht langsam in den wohlverdienten Ruhestand. Die neue Welt scheint elektrisch zu sein, auch wenn noch viele Fragezeichen im Raume stehen bzgl. der Ladeinfrastruktur, der Batterietechnologie (Reichweite) und der Stromgewinnung. Auch die Brennstoffzelle macht von sich reden und das zu Recht, denn hier sind die gerade genannten drei Themen nicht so kritisch. Egal ob Elektro oder Wasserstoff: Das Auto sieht von außen noch nicht vollkommen anders aus, aber das Innenleben ist dramatisch anders. Gerade für Zulieferer ist das ein Riesenthema, denn viele Teile des Verbrennerautos werden in Zukunft überhaupt nicht mehr benötigt. Was heißt das für die IT? 

 

 

 

Sieben Thesen für eine IT-Strategie der neuen Mobilitätswelt

Apps, Service-Portale und Big Data sowie KI:
Wie die Automotive IT sich neu erfinden muss

 

  1. Eine neue Rolle für die Automotive-IT: Vom Dienstleister zum Gestalter und Innovationstreiber
  2. Neue Aufgaben: Vom ERP- und PLM-Systemverantwortlichen zu einem IT-Komplettanbieter mit digitalen Wurzeln
  3. Damit wächst das Aufgabenfeld deutlich an: Plattformen, Portale und Apps stehen im Vordergrund als Helferlein für die neue digitale Welt
  4. Die Automotive IT wächst noch enger mit allen Fachbereichen zusammen: BizDevOps als optimale Verzahnung mit dem Business ist die Zukunft.
  5. Back to the roots: Selber codieren und internes Know-how für zum Beispiel High Peformance Computing wird wieder benötigt! Ein reines Outsourcing und Verlassen auf Lieferanten-Know-how ist in einem von Technologie getriebenen Zeitalter nicht mehr adäquat.
  6.  IT als Produkt im Fahrzeug oder im Zulieferteil: Bisher war es den Engineering-Kollegen aus der TE oder EE überlassen die technologischen Komponenten im Fahrzeug zu verantworten. Das Fahrzeug im autonomen Zeitalter ist ein kleines Rechenzentrum: Die IT muss hier die Verantwortung übernehmen.
  7. Die Systemarchitektur sprengt die Grenzen der alten ERP-Welt ebenso und zieht sich bis ins Fahrzeug: Nicht mehr die langlebigen Automobilentwicklungszyklen von 6 oder 7 Jahren dominieren, sondern agile Softwarelebenszyklen sind die Zukunft der Automobilindustrie.

Software frisst die Automobilindustrie auf

Es ist schon heute so, dass jedes Auto ein kleines Rechenzentrum in sich trägt. IT ist heute im Produkt, also im Auto, aber auch in den Zulieferteilen. Ohne IT geht gar nichts mehr. Die Ingenieure der Technischen Entwicklung müssen heute IT-Kenntnisse mitbringen oder sich aneignen. Es geht nicht mehr ums Blechbiegen und pure Elektrik- und Elektronikteile, sondern Software bestimmt die Agenda des Autobaus.

Schon seitdem die Konnektivität Einzug in das Auto erhalten hat, spielt die IT eine große Rolle. Mit dem Thema „Autonomes Fahren“ (auch schon auf Level 2 oder 3) wird es nicht nur immer mehr, sondern es geht gar nicht mehr ohne IT. Denn das Auto ist IT!

Was heißt das jetzt für die Automobilhersteller?

Automobilhersteller sind große und daher leider oft schwer bewegliche Tanker. Es ist nicht so leicht viele Tausend Ingenieure zu ITlern weiterzubilden oder gar zu ersetzen. Technologiepartnerschaften sind daher ein adäquates Mittel, um trotzdem schnell reagieren zu können. Allerdings begibt man sich damit in eine Abhängigkeit. Die Angst vor dem Google Car oder dem iCar von Apple war in den letzten Jahren groß! Man hat sich deswegen nicht getraut mit einem potenziellen Konkurrenten und Wettbewerber eine Kooperation auf technologischer Basis einzugehen. Das einzige was dann noch geblieben wäre, ist die Produktionserfahrung. Damit hat sich einer der großen Konkurrenten – der Elektropionier Tesla – tatsächlich auch schwer getan. Man denke nur an die Hochlaufkurve des Model 3. Am 

Das Buch „CAR IT: Vom vernetzten Fahrzeug zum autonomen Fahrzeug“ von Volker Johanning

Wie die IT als Produkt Einzug in das Auto hält

In dem Buch „Car IT“ wird insbesondere das Thema Konnektivität in Form eines connected cars ausführlich beschrieben. Use-Cases und Prozessdarstellungen von Funktionen wie „Remote Fahrzeugdiagnose“, „Ermitteln der Parkposition“, „realtime traffic“, ortsbezogene Funktionen oder auf Elektrofahrzeuge bezogene Spezialfunktionen sind ausführlich beschrieben. 

Das Vorwort zum Buch „Car IT: Vom vernetzten Auto zum autonomen Fahren“:

Die Automobilwirtschaft hat eine lange, insbesondere für den Standort Deutschland wichtige und bewegende Erfolgsstory geschrieben. Seit der Erfindung des Ottomotors 1876 hat das Auto die deutsche Wirtschaft geprägt und ist zum Exportschlager schlechthin geworden. Mechanische Perfektion, optimale, hocheffiziente Produktionsabläufe sowie Forscherdrang und innovative Entwicklungen in der Elektrik und Elektronik sind eine deutsche Domäne, deren exzellentem Ruf in der ganzen Welt lange Zeit bisher kaum einer den Rang ablaufen konnte.
Zumindest so lange nicht, bis in der US-amerikanischen IT-Hochburg Silicon Valley ein durch das Internet zum Milliardär aufgestiegener Entrepreneur namens Elon Musk eine Autofabrik baute. Er bewies mit dem Tesla Model S, dass sowohl der Elektroantrieb als auch die Vernetzung des Autos keine Zukunftsvisionen, sondern bereits Realität sind. Spannenderweise sind bei Tesla nur ca. die Hälfte der Angestellten Ingenieure und ausgebildete Automotive-Experten. Die anderen 50% sind hauptsächlich IT-Experten oder Akademiker aus völlig anderen Branchen. Außergewöhnlich ist auch, dass Tesla es sich nicht nehmen ließ, Mitte 2014 alle Patente nach dem Open-Source-Motto in den freien Markt zu geben.
Ebenfalls in 2014 stellte ein weiterer Internetriese überraschend ein Auto vor, welches unter bestimmten Verhältnissen bereits autonom fährt: Das Google Driverless Car. Beide Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass sich ein neues Zeitalter in der Automobilbranche auftut, welches mit den alten Schemata aus dem Industriezeitalter nichts mehr gemein hat. Wie wird die automobile „old economy“ auf diese Herausforderung reagieren?
Ist das Internet die Keimzelle der Veränderungen – verändert es tatsächlich die Automobilwirtschaft? Und wenn ja: Auf welche Weise und in welche Richtung?
Dieses Buch liefert die Grundlagen für das Verständnis der Funktionsweise sowie des technischen Status Quo von vernetzten Fahrzeugen und gibt einen ersten Überblick zum Thema „autonomes Fahren“. Es bietet kompakt und verständlich aufbereitet Informationen für den schnellen Einstieg in ein brandaktuelles Thema.

Kundenstimmen

„Es ist beeindruckend wie schnell Volker Johanning die Finger immer wieder in die richtigen Wunden legt. Er zeigt dabei aber auch sofort Lösungswege auf, die uns immer einen gewaltigen Schritt nach vorne gebracht haben.“
Manuela Dittmann

Head of Master Plan 2025, Continental Automotive

„Selbst in schwierigen und komplexen Situationen hatte Volker Johanning stets sehr gute Ideen und vor allem Lösungen parat, die sofort umgesetzt werden konnten. Ob bei Volkswagen in China oder in Europa – Volker Johanning kann sich problemlos auf internationalem Parkett bewegen und kennt die die mobilen Online-Dienste wie seine digitale Westentasche.“
Dr. Martin Weiser

Leiter IT im Fahrzeug, Volkswagen AG

„Bereits nach einem halben Jahr der Zusammenarbeit lässt sich sagen, dass die Investition in die Zusammenarbeit mit Herrn Johanning sich mehr als gerechnet hat: Wir sind vor allem durch die diplomatische Hartnäckigkeit und Geduld von Herrn Johanning auf Themen zur Professionalisierung und Produktivitätssteigerung gekommen, die rasch umgesetzt wurden und uns einen wirklichen Schritt nach vorne gebracht haben.“
Henk Gövert

Mitglied der Geschäftsleitung, GRIMME

„Wenn es darum geht, Unternehmen fit zu machen für die digitale Zukunft, dann hat Volker Johanning die besten Rezepte und Strategien! Aber Vorsicht: Es kann sein, dass ihr Geschäftsmodell sich radikal ändert und ihr Unternehmen damit in nicht gekannte Umsatzsphären schießt.“
Dr. Kerstin Friedrich

EKS-Expertin, Bestseller-Autorin und Keynote-Speaker