Insbesondere der CIO oder IT-Leiter hat es in diesem Punkt schwer: Es sind je nach Unternehmen oftmals mehr als 7 oder 8 Fachbereiche mit unterschiedlichsten Anforderungen zu bedienen, die Technik entwickelt sich rasend schnell und es ist mehr als verständlich, wenn man sich schwertut hier immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und andere Themen müssen verstanden und angewandt werden können Die Komplexität der Systemlandschaft muss irgendwie in den Griff gekriegt werden und dann wird auch noch verlangt, dass man neben der komplexen Technik eine Führungskraft ist und Change-Themen voranbringt.

Wie soll man diesem bunten und vor allem großen Strauß an Herausforderungen gerecht werden? – Die Gefahr der Verzettelung ist sehr groß!

Eine Maßnahme liegt in der Konzentration auf das Wesentliche. Das heißt nicht, dass man jetzt drei von 8 Fachbereiche einfach ignoriert und die Systemlandschaft einfach so lässt wie sie ist. Sondern es heißt: Nicht alles auf einmal, sondern schön der Reihe nach. Denn das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage viele verschiedene Dinge gleichzeitig zu managen. Das bedeutet, dass man nicht auf allen Gebieten gleichzeitig erfolgreich sein kann.

Nur durch Konzentration auf das Wesentliche und das Erkennen des tatsächlichen Engpasses lässt sich Effizienz und Effektivität im Management der IT erreichen. Dazu ist Disziplin, im engeren Sinne viel Selbstdisziplin erforderlich. Denn die Gefahr gerade in der sich so rasant entwickelnden IT ist sehr groß, dem nächsten Thema hinterherzujagen und die Konzentration auf das eigentliche Thema zu vernachlässigen. Man könnte zuweilen sogar von Sturheit reden, die hier manchmal gefordert ist, um die Konzentration nicht zu verlieren.

[ Zu diesem Thema ist auch der Blogbeitrag: „Leadership 4.0: Was sind die Schlüsselkompetenzen von Führung?“ sehr hilfreich]

Ein großer Vorwurf an IT-Organisationen ist oft, dass sie nichts fertig kriegen und alles viel zu lange dauert. Gerade diesem Vorurteil kann nur durch Konzentration auf das Wesentliche begegnet werden. Denn es mangelt nicht an Methodenkenntnis oder Technikverständnis, dass in der IT Projekte oft verzögert sind oder sogar scheitern. Es mangelt in den allermeisten Fällen einzig und allein an dem „Zu-Viel“ von parallelen Themen und damit an mangelnder Konzentration auf das Wesentliche.

Sie als Manager und Führungskraft der IT haben die Aufgabe das zu erkennen und umzusetzen. Es geht um Wirksamkeit und Umsetzungserfolge, die nur durch Konzentration auf das Wenige und Wesentliche erfolgen können. Was bzw. wie viel ist das Wenige? Der Psychologe George Miller hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass maximal sieben plus/minus zwei Dinge pro Zeiteinheit zu schaffen sind. (siehe dazu die „Millersche Zahl“ bei Wikipedia)

Wer meint, dass auch mehr geht, der wird schnell feststellen, dass seine Arbeitsbilanz ganz hervorragend ausschaut, seine Ergebnisbilanz aber sehr kläglich sein wird. Und das ist dann die schon beschriebene Situation, die man in der IT häufig vorfindet: Es laufen zig Projekte und keines wird so richtig fertig und meistens auch nicht so erfolgreich wie geplant. Der CIO befindet sich dann nämlich immer in „Vielfrontenkriegen“, die nie zu gewinnen sind.

Mit diesem Blogbeitrag verabschiede ich mich für dieses Jahr in die Advents- und Weihnachtszeit und wünsche Ihnen eine erholsame Auszeit und ein paar glückliche Stunden im Rahmen Ihrer Familie.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich

Volker Johanning

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