Die Anforderungen an die Unternehmen durch die Digitalisierung, starken Wettbewerb, wachsende Kundenwünsche oder steigende gesetzliche Anforderungen werden immer größer. Gleichzeitig steigen auch die Anforderungen an die IT: Es muss wesentlich schneller reagiert werden auf diese neuen Geschäftsanforderungen. Bestehende On-Premise-Lösungen im guten, alten Rechenzentrum kommen da schnell an ihre Grenzen. Skalierbarkeit ist zwar gegeben, aber oft nicht in dem notwendigen Ausmaß und die Grenzen sind schnell erreicht.

Durch Cloud Computing gibt es seit einigen Jahren die Möglichkeit, dringend benötigte Ressourcen „on the fly“ zu erwerben. Skalierbarkeit kann damit bei Bedarf kurzfristig zugekauft werden. Diese Flexibilität ist bei den meisten IT-Abteilungen hoch im Kurs und in vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Die Frage ist also mittlerweile nicht mehr: „Müssen wir in die Cloud?“, sondern eher „Wie nutzen wir die Cloud-Lösungen so, dass unser Unternehmen davon optimal profitiert?“. Und das nennt sich dann „Cloud-Strategie“!

Was sind die Vorteile einer Cloud-Lösung?

  • Ready-to-use und Skalierbarkeit: Cloud-Lösungen sind sofort einsatzbereit und brauchen keine lange Planung, Bestellung, Einbau von Hardware. Auch Standard-Geschäftsprozesse sind oftmals per Klick verfügbar und können sofort eingesetzt werden.
  • Geräte-, Zeit- und Ortsunabhängiger Zugriff: Egal wo Sie sich gerade befinden und welches Endgerät (ob Handy, Laptop oder öffentlicher PC) Sie gerade benutzen: Cloud-Lösungen sind immer verfügbar.
  • Keine Investition für Server-Hardware nötig
  • Updates und Patches kommen automatisch
  • Betrieb und Wartung von IT-Ressourcen entfallen: So ist zum Beispiel das Freischalten zusätzlicher User im Minutenbereich möglich
  • Sicherheits-, Auslastungs-, Know-how und Technologierisiken können an den Dienstleister ausgelagert werden.

Unterschiede zwischen Private und Public Cloud

Die Cloud-Lösungen können auf unterschiedliche Art für Sie bereit gestellt werden. Es gibt die Public Cloud, bei der die Cloud-Lösung öffentlich für jeden zugänglich ist. Beispiele dafür sind die kostenlosen Angebote von Google Docs oder Webmailer-Dienste wie GMX oder auch Microsoft Office 365.

Private Cloud Lösungen sind im Sinne der Sicherheit und des Datenschutzes nur auf Ihre eigenen Bedürfnisse hin ausgerichtet. Man kann von einer „eigenen“ Cloud sprechen, die nur für die Mitarbeiter eines Unternehmen zugänglich ist.

Auch hier gibt es eine Hybrid-Lösung zwischen Private und Public als Mischform. Dabei laufen bestimmte Services bei öffentlichen Anbietern über das Internet, während datenschutzkritische Anwendungen und Daten im Unternehmen betrieben und verarbeitet werden. Die Herausforderung liegt hier in der Trennung der Geschäftsprozesse in datenschutzkritische und -unkritische Workflows.

Was sind SaaS, Iaas und PaaS?

SaaS steht für „Software as a Service“ und beschreibt die Bereitstellung von Software über das Internet bzw. die Cloud. Der SaaS-Provider übernimmt vollständig die Verantwortung für die Software, sprich auch Wartung, Support, Administration, Weiterentwicklung. Besitzer ist nicht der Nutzer, sondern der Provider. Ein prominentes Beispiel ist Salesforce.

IaaS steht für „Infrastructure as a Service“. Der IaaS-Provider betreibt für den Kunden spezielle Serversysteme, zum Beispiel für das Backup, die Archivierung oder auch ganze Serverfarmen im Sinne von kleinen Rechenzentren.

PaaS steht für „Platform as a Service“ . Dieses Modell ist ein Zusammenschluss aus SaaS und IaaS, denn hier werden dem Kunden Komplettangebote von Hardware und Software angeboten.

Unterschied zwischen Multi Cloud und Hybrid-Strategien

Die traditionelle IT hat mit Servern im eigenen Rechenzentrum gearbeitet und keine Cloud genutzt. Das Gegenteil davon sind junge Unternehmen, die mittlerweile nur noch für das Backbone und die Vor-Ort-IT ein kleines Rechenzentrum benötigen, aber sonst alles in der Cloud haben.

Dann gibt es die Multi-Cloud-Strategie. Dabei arbeiten Unternehmen mit mehreren Cloud Providern zusammen und haben mehr als eine Cloud-Lösung von unterschiedlichen Anbietern. Die sogenannte hybride Cloud-Strategie besagt, dass es neben den Cloud- bzw. Multi-Cloud-Lösungen noch On-Premise-Anwendungen im eigenen Rechenzentrum gibt. Tatsächlich ist diese Hybrid-Strategie vermutlich die heute im Mittelstand am häufigsten anzutreffende Option!

Nicht nur Vorteile: Worauf bei Cloud-Lösungen zu achten ist!

Die Cloud hat viele Vorteile, aber es muss genau hingeschaut werden. Daher hier im Überblick: Was unbedingt genau geprüft werden muss:

  • Vendor-Lock-In vermeiden: Verlassen Sie sich nicht auf nur einen Cloud-Dienstleister, sondern nutzen Sie Multi-Cloud-Lösungen und
  • Cyber- und Internet-Sicherheit: Das Thema Sicherheit wird auf den Cloud-Dienstleister ausgelagert. Normalerweise sind diese Standards sehr hoch, aber es muss genau geprüft werden, ob dies für Ihr Unternehmen ausreichend ist.
  • Datenschutz:  Wo stehen die Server, welche Datenschutzregeln oder -gesetze gelten? Hier muss genau hingeschaut werden
  • SLAs (Service Level Agreements): Achten Sie darauf, dass grundsätzliche Regeln zu Verfügbarkeit, Performance, Reaktionszeiten, Wiederherstellungszeiten sowie Wartungsfenstern und Downtimes in Ihrem Sinne geregelt sind.

Sie sehen: Das Thema Cloud bringt viele Vorteile mit sich, hat aber auch einige Tücken. Wenn Sie Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne.

Herzliche Grüße

Volker Johanning